Feng Shui im Wohnzimmer

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Der Ursprung des Feng Shui reicht zurück in uralte Zeiten. Die ersten Zeugnisse stammen aus der Tang-Dynastie. Jahrhunderte lang war der Zugang zum wahren Feng Shui-Wissen ausschließlich der Kaiserfamilie Chinas vorbehalten. Erst im vorigen Jahrhundert gelangte es in die westliche Welt und gewann hier zunehmend an Beliebtheit.
Wörtlich übersetzt heißt Feng Shui "Wind und Wasser" - ohne Wasser gibt es kein Leben auf unserer Erde und Wind lässt Meerwasser verdunsten und Regen auf das Land fallen. Wind und Wasser waren für die alten Chinesen so etwas wie Vermittler zwischen Himmel und Erde und außerdem Träger der unsichtbaren, aber lebenswichtigen Energie "Chi". Dieses Chi ist überall. Als Energie strömt es durch das ganze Universum, über Berge und Täler, durch Stadt und Land, in unsere Wohnungen, wenn wir Türen und Fenster öffnen, in jeden Raum, in dem wir uns bewegen. Chi ist da und ständig im Fluss. Es ist auch in jedem Lebewesen von der Zimmerfliege bis zum Menschen.
Das Chi in einem Haus oder einer Wohnung ist verantwortlich für die Gesundheit aller, die darin leben, für Wohlergehen und Wohlbefinden, auch für die geistige und seelische Verfassung. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass Chi so ungehindert und ruhig durch unsere Wohnung fließen kann wie ein murmelnder Bach in der Wiese. Eine vollgeräumte Wohnung mit dunklen Ecken und schlechter Luft bewirkt stagnierendes Chi (Si Chi genannt), das sich auf alle Bewohner negativ auswirkt. Richtig gefährlich aber ist das Sha Chi - "der Tod bringende Atem". Es entsteht, wenn Chi zu sehr beschleunigt wird, weil es beispielsweise einen langen, schnurgeraden Korridor entlang rast oder wenn "Giftpfeile" (scharfe Kanten) in den Raum hinein ragen. Nur wenn das Chi in einer Wohnung völlig ausgeglichen ist, wenn es Sheng Chi ist, der "kosmische Atem des Drachen", dann kann sich alles Leben in diesem Haus optimal entwickeln.

Der Mittelpunkt der Wohnung

Gerade im Wohnzimmer soll das Chi richtig fließen, denn hier ist der kommunikative Mittelpunkt der Wohnung. Kein anderer Raum bietet bessere Voraussetzungen, um das Feng Shui wirken zu lassen. Allerdings sollte man dabei behutsam vorgehen. Dekorationen mit Feng Shui-Symbolen dürfen nicht übertrieben wirken. Harmonie und Ausgeglichenheit sollen stets das oberste Ziel sein.
Gestalten Sie Ihr Wohnzimmer behaglich und einladend. Das Sofa oder die Haupt-Sitzmöbel sollen an der ruhigsten Wand des Raumes stehen, am besten mit schönem Ausblick auf Garten oder Balkon. Leichte Vorhänge verhindern, dass das Chi gleich wieder durch die Fenster verschwindet. Aktivieren Sie positive Energien mit hellen, leuchtenden Farben und Spiegeln. Vermeiden Sie dunkle Zimmerecken, indem sie diese mit Windspielen, Licht, Kristallen oder Zimmerpflanzen aufmöbeln. Pflanzen stehen immer für gutes Feng Shui und werden entsprechend ihrer Form eingesetzt. Eine Zimmerlinde mit ihren großen, weichen Blättern symbolisiert zum Beispiel Liebe und eignet sich daher gut zur Begrünung eines Wohnzimmers. Bambus steht für Lebensfreude und die Leichtigkeit des Seins. Ihn empfehlen Feng-Shui-Berater für Balkon und Garten. Der Wand- und Fensterteil gegenüber der Wohnzimmertür gilt als besonders aussagekräftiger Raumbereich. Hier sollten nur persönlich wichtige Bilder hängen oder Einrichtungsgegenstände mit hoher Aussage- und Symbolkraft stehen.
Im Wohnzimmer darf das "Reichtumseck" nicht fehlen. Reichtum steht hier durchaus nicht nur für Geld, sondern ist Sinnbild für Glück, Wohlstand und Zufriedenheit! Die Pflege des Reichtumsecks dient also dem inneren und äußeren Wohlbefinden der Familie. Es lässt sich ganz einfach gestalten: Stellen Sie eine Reichtumsvase auf - von der Zimmertüre aus gesehen im linken Eck ist der beste Platz dafür - und füllen sie mit Halbedelsteinen und Geldstücken. Ideal ist eine Vase, die unten breiter ist und nach oben hin schmäler wird, damit Glück und Reichtum nicht wieder entweichen können.
Wenn irgendwie möglich, sollte im Wohnzimmer auch ein Aquarium stehen. Lebende Goldfische gelten im Feng Shui als Glücksbringer. Ihre Zahl muss ungerade sein. Am besten nimmt man acht goldene und einen schwarzen (gegen Einbrecher). Wenn einer der Fische stirbt, heißt es, hat er das Glück, das eigentlich für einen Menschen im Haushalt bestimmt war, mit sich genommen. Er sollte sofort ersetzt werden.

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Treffpunkt Wohnzimmer

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Das kommunikative Zentrum des Wohnzimmers ist die Sitzecke. Von dort aus sollten Sie einen guten Überblick über den ganzen Raum haben. Perfekt sind runde oder ovale Couchtische, denn die gleichmäßigen Formen strahlen Harmonie aus und fördern so die Kommunikation. Sie können auch Sofas und Sessel für entspannte und zwanglose Unterhaltung rund um einen Couchtisch gruppieren. Den Gästen bietet man immer den "sichersten" Platz im Raum an - gegenüber der Tür. Dabei sollte der Rücken Ihrer Gäste nicht schutzlos sein, am besten steht das Sitzmöbel direkt an der Wand. Ungünstig sind lockere Arrangements ohne Mittelpunkt - verstreute Möbel signalisieren verstreute Energien. Um zu verhindern, dass Chi ziellos durch den Raum fließt, sollte man bei der Platzierung der Möbel stets einem geordneten Muster folgen. Wird das Wohnzimmer mit zu vielen Möbeln voll gestopft, behindert man ebenfalls das Fließen des Chi. Die Energie kann sich nicht frei entfalten und vermehren, sondern stagniert.
Im Wohnzimmer gilt es - wie in allen anderen Räumen - möglichst Ecken, Kanten und Spitzen zu vermeiden. Denn eine der Regeln im Feng Shui besagt, dass scharfkantige Strukturen "tödliche" Energien abgeben und zumindest optisch verschwinden müssen. Ein ziemliches Problem bei der Wohnzimmer-
einrichtung sind daher die Bücherwände. Die Regalböden ragen nämlich "Giftpfeilen" gleich in den Raum. Die beste Lösung wäre, die Bücher in einen Schrank mit abgerundeten Ecken aufzubewahren. Wenn das nicht geht, ziehen Sie einfach die Bücher nach vorne, so dass Regalboden und Bücherrücken eine Linie bilden. Auf diese Weise verschwinden die "Giftpfeile".

Lichter, Spiegel und Kristalle

Die Liste der Hilfsmittel und kleinen Tricks, die man im Feng Shui einsetzen kann, um den Energiefluss zu verbessern, ist fast grenzenlos und gleichzeitig auch sehr individuell. Manchmal reicht es, die Möbel umzustellen, neu zu streichen oder mehr Licht in einen Raum zu bringen.
Spiegel können Energie gezielt in einzelne Raumbereiche lenken. Das ist besonders dann der Fall, wenn Spiegel durch gekonnte Platzierung eine schöne Umgebung in die Innenräume reflektieren. Um Wandflächen oder Raumbereiche optisch zu vergrößern, kann man ebenfalls Spiegel einsetzen. Wenn Sie eine Stützsäule mitten im Raum haben, die sie nicht entfernen können, sollten Sie sie mit Spiegeln bedecken, um sie zum "Verschwinden" zu bringen. Denn freistehende Säulen gelten als böse "Giftpfeile".
Wandspiegel sollen auf jeden Fall so hoch sein, dass sich die größte Person des Haushalts darin vollständig sehen kann. Im Spiegelbild abgeschnittene Füße oder Köpfe bringen Unglück. Auch darf ein Spiegel nie direkt gegenüber der Wohnzimmertür platziert werden, da er die positiven Kräfte zur Tür hinaus reflektiert. Besondere Beachtung sollte man der Stärke und Qualität des Spiegelglases schenken. Minderwertige Spiegel, die blinde Flecken aufweisen und eine Verzerrung des Spiegelbildes bewirken, sind ungünstig, da sie ein gewisses Ungleichgewicht schaffen.
Das Licht ist für uns lebensnotwendig! Daher sollten alle Zimmer hell und sonnig sein. Mit Feng Shui können wir aber auch die künstliche Beleuchtung mit Chi füllen. Dabei sollte das Licht immer oberhalb des Auges und indirekt einfallen - von unten blendet es und schafft Schattenbereiche die Sha produzieren. Überhaupt sind Lichter hervorragend zur Energiesteigerung des guten Chi und zur Auflösung von schlechtem Chi geeignet. Lampen gehören zu den vielseitigsten Werkzeugen der Feng Shui-Praxis. Sie können auch eingesetzt werden, um eine stagnierende Ecke zu erhellen und die dort zum Stillstand gekommene Chi-Energie wieder in Fluss zu bringen. Schaffen Sie eine zonenorientierte, individuelle Beleuchtung in Ihrem Wohnzimmer. Neben der Raum-Grundbeleuchtung sollte mit Stehlampen, Wandleuchten oder indirekter Lichtführung Extra-Helligkeit und Stimmung erzeugt werden. Für eine Ausleuchtung von strahlend hell bis kuschelig-gemütlich sind dimmbare Lampen auf verschiedenen Ebenen ideal. Am allerschönsten sind jedoch Kerzen. Mit ihnen lässt sich Feuer, Wärme und Licht in einen Raum bringen.
Kristalle sind hervorragende Feng Shui-Energiespender. Natürliche Quarzkristalle gehören zu den besten Symbolen der Erdmutter und sind außerordentlich wirksam. Fällt Licht auf einen facettenreichen, runden Kristall, kommt es zu einer Brechung des Strahls. Hängen wir nun einen solchen Kristall in einem sonnendurchfluteten Fenster auf, wird dadurch ein Lichtmuster auf die Wände des Wohnzimmers projiziert. Dies ist eine wunderschöne Methode, um die Chi-Energie im Wohnraum zu aktivieren.